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Climate Justice heizt Palantir in Zürich ein!

Trotzdem – von der Klimmzugstange wird Alex Karp deshalb nicht gefallen sein

Am 9. Oktober 2026 war etwas los in Zürich. Basler Klima-Gerechtigkeits-Aktivisten heizten Palantir einmal so richtig ein. Dafür hatten sie ausgiebig geprobt.

Der Proben- und Vorbereitungsworkshop in Zürich fand im GZ Buchegg statt. Lange zuvor hatten die Gerechtigkeits-Aktivisten zu Bandenbildung „Bildet Banden“ und Sommercamps aufgerufen. Nun war es so weit, der D-Day näherte sich und ob das Gotham-System von Palantir davon Wind bekam, wissen wir nicht.

Die genauen Details zum Probenort

Ablauf vor Ort: Am besagten Samstag, dem 26. September, übten die Teilnehmenden von 14:00 bis 17:00 Uhr im Gemeinschaftszentrum die schauspielerische Performance ein. Im direkten Anschluss (von 18:00 bis 19:00 Uhr) führte das Kollektiv am selben Ort noch eine Informationsveranstaltung durch, um über die Hintergründe zu Palantir und das Thema „Tech-Faschismus“ aufzuklären

Adresse: Bucheggstrasse 93, 8057 Zürich (im Kreis 6, direkt am Bucheggplatz).

Und fleissig gebastelt wurde auch

Das GZ Buchegg verfügt über eine hauseigene Werkstatt und ein Atelier. Diese Räume sind genau darauf ausgelegt, dass Quartierbewohner und Gruppen dort handwerkliche und kreative Ideen umsetzen können.

Auch wenn der Fokus des dreistündigen Nachmittags-Workshops von Collective Climate Justice auf dem Einstudieren der schauspielerischen Performance und der „Datenjagd“ lag, gehören alle Vorbereitungen für ein solches Strassentheater untrennbar zusammen:

Kostüme und Requisiten: Die Aktivistinnen und Aktivisten traten am 9. Oktober als unheimliche Palantir-Agenten und düstere Gestalten auf. Für die Performance wurden Schilder, Symbole und visuelle Requisiten benötigt, die direkt vor Ort im Atelier fertiggestellt, angepasst und für die Aktion vorbereitet werden.

Am diesjährigen 9. Oktober kam es nun so, was entsprechend Furore machte

Aktivisten seilten sich von der Fassade des Bahnhofsplatzes 1 in Zürch ab und entrollten dabei ein aussagekräftiges Banner, auf dem das allsehende Palantir-Auge genauso wenig fehlte wie die höfliche Wegweisung “ F*** O** „ und der nette Hinweis auf den vom Palantir Umfeld und Palantir selbst mutmasslich kultivierten Tech-Faschismus.

Die weitere Choreografie des Strassentheaters gestaltete sich daraufhin wie folgt

1. Die „Datenjagd“ am Bahnhofplatz 1

  • Das Setting: Die Aktivistinnen und Aktivisten tauchten verkleidet als „Palantir-Agenten“ und „Data Officers“ direkt vor dem Bürogebäude am Bahnhofplatz auf, wo Palantir die Niederlassung für seine Softwareentwickler hat.
  • Die Performance: Ausgerüstet mit requisitenhaften „Scannern“ und Bildschirmen spielten sie eine überspitzte Jagd nach Daten nach. Sie inszenierten, wie persönliche Daten unschuldiger Menschen massenhaft abgefangen und digital „eingesaugt“ werden.

2. Die Transformation zu „Tötungsmaschinen“

  • Im weiteren Verlauf des Stücks zeigten die Darsteller auf der Strasse, was mit den gesammelten Daten im Hintergrund geschieht.
  • Symbolisch wurde dargestellt, wie die Algorithmen von Palantir die Daten in militärische Zielerfassungssysteme und „Tötungsmaschinen“ (Kill-Chains) für die Kriegsführung oder für Massendeportationen der US-Einwanderungsbehörde ICE verwandeln.

Nach diesem Auftakt setzte sich die Gruppe in Bewegung, um ihre Theater-Intervention entlang der Bahnhofstrasse bis hin zum Paradeplatz fortzuführen.

Dort wurden dann folgende Kernpunkte thematisiert und skandiert:

  • Das Motto „Palantir tötet, Schweizer Banken finanzieren“: Das Kollektiv warf der UBS und der Schweizerischen Nationalbank vor, durch massive Investitionen Beihilfe zu den umstrittenen Aktivitäten von Palantir zu leisten. Konkret wurde kritisiert, dass Schweizer Finanzinstitute Aktienpakete im Wert von rund drei Milliarden Schweizer Franken an dem US-Tech-Konzern halten.
  • Die Verflechtung mit globalen Konflikten: Am Paradeplatz machten die Aktivistinnen und Aktivisten lautstark darauf aufmerksam, wohin dieses Geld fliesst. Sie prangerten an, dass die Schweizer Finanzierungsströme Software unterstützen, die unter anderem von der US-Einwanderungsbehörde ICE für Massendeportationen genutzt wird oder zur Automatisierung militärischer Einsätze beiträgt.
  • Kritik am Schweizer Tech-Hub: Der Platz wurde auch als Symbol dafür kritisiert, wie sich Zürich im Zusammenspiel mit Grosskonzernen und Banken zu einem neuen Hub für „Tech-Faschismus“ und Überwachungstechnologie entwickelt, während gleichzeitig das offizielle Bundesbudget bei Klimaschutz und Hochschulen gekürzt wird.

Die Rolle von Palantir im Ukraine Krieg

Es gibt keine Belege dafür, dass Palantir direkt für die ukrainischen Angriffe auf russische Diesel- und Ölraffinierien verantwortlich ist – aber die Software des Unternehmens spielt im Hintergrund der ukrainischen Kriegsführung eine entscheidende Rolle.

Palantir-CEO Alex Karp hat selbst öffentlich bestätigt, dass seine Firma „für den Grossteil der Zielerfassung in der Ukraine verantwortlich“ ist. Man muss die Rolle des Unternehmens jedoch differenziert betrachten:

1. Palantir liefert das Werkzeug, nicht den Angriffsbefehl

Die Ukraine nutzt Palantirs Software (wie die Plattformen Gotham oder das militärische Maven-System), um gigantische Datenmengen in Echtzeit zu analysieren. Das System führt Satellitenbilder, Drohnenaufnahmen, Open-Source-Daten und Geheimdienstberichte zusammen, um Ziele wie Panzer, Artillerie oder eben Infrastruktur präzise zu kartografieren.

  • Die Entscheidung trifft Kiew mutmasslich selbst: Wo die Ukraine ihre weitreichenden Drohnenschwärme am Ende einschlagen lässt – ob auf Treibstoffdepots in Ryasan oder Saratow – entscheiden die ukrainischen Kommandeure selbst (während ihnen britische NATO Kommandanten über die Schulter schauen). Palantir liefert also die digitale Infrastruktur, führt die Angriffe aber nicht operativ durch.

2. Der geopolitische Konflikt um die Raffinerien

Die Angriffe auf russische Diesel- und Öl-Infrastruktur sind politisch extrem brisant und zeigen, dass Palantir diese Angriffe kaum strategisch steuern kann:

3. Das „AI-Testlabor“ Ukraine

Für Palantir ist der Krieg in der Ukraine vor allem ein gigantisches, reales Testfeld. Mit Initiativen wie dem Brave1 Dataroom trainieren ukrainische Entwickler und Palantir KI-Modelle direkt mit echten Schlachtfelddaten. Das führt dazu, dass die Zielerfassung der Ukraine – auch für Angriffe tief im russischen Hinterland – immer präziser wird.

Fazit: Palantir hat die Angriffe auf russische Dieselraffinierien nicht direkt „zu verantworten“, da das Unternehmen keine militärischen Befehle erteilt. Es liefert der Ukraine jedoch die technologische Sehfähigkeit und Analysepower, die solche komplexen Angriffe hinter den feindlichen Linien überhaupt erst möglich macht.

Um die geopolitischen Szenarien hinsichtlich Ukraine und Israel / Iran weiterzuverfolgen, empfiehlt WeAreChange die Aggregation der Telegram-Channels bei addURL zur weiteren Recherche.