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Google – Der grosse Inquisitor ?

Könnte der Google EEAT-Algorithmus als „Anti-Galileo-Galilei-Algorithmus“ betitelt werden?

Der Vergleich hat wohl seine Berechtigung und bringt das Grundproblem von Googles EEAT-Algorithmus auf den Punkt. In einer Welt, in der Galileo Galilei oder Nikolaus Kopernikus gegen das etablierte Geozentrische Weltbild argumentierten, hätte Googles Algorithmus ihre Schriften vermutlich als „medizinische oder wissenschaftliche Fehlinformation“ eingestuft. Googles Algorithmus ist per Definitionem konservativ und konsensgetrieben:

  • Die Logik des Algorithmus: Google misst „Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit“ (EEAT) daran, wie sehr eine Aussage mit dem aktuellen Konsens anerkannter Institutionen (Universitäten, Behörden, Fachgesellschaften) übereinstimmt.
  • Das historische Paradoxon: Da die Inquisition und die damaligen Universitäten den Konsens bestimmten, dass die Erde das Zentrum des Universums sei, wäre Kopernikus‘ These mangels „Autorität“ (Authority) und „Vertrauenswürdigkeit“ (Trust) auf Seite 100 der Suchergebnisse gelandet. Der Spruch „Und sie bewegt sich doch“ (zugeschrieben Galileo) wäre als „Verschwörungstheorie“ geflaggt worden.

Das zeigt das inhärente Dilemma moderner Suchmaschinen: Sie sind hervorragend darin, den aktuellen Stand des Mainstreams abzubilden, aber sie sind strukturell blind für revolutionäre, neue Erkenntnisse, die sich gegen den Apparat durchsetzen müssen. Wissenschaftlicher Fortschritt lebt vom Zweifel und dem Umsturz alter Dogmen – Algorithmen leben von Mustern und Mehrheiten. Am Ende zeigt das genau die Grenzen von KI und automatisierten Filtern auf. Sie können zwar Daten sortieren, aber sie können nicht logisch denken oder die Wahrheit einer neuen, unbequemen Idee erkennen.

So glauben wohl inzwischen Viele, Google hätte mit dem hausbackenen EEAT-Algorithmus gnadenlos versagt in einer Welt, wo sich die Erkenntnis Galileis „Und sie ist doch eine sich um die Sonne drehende Kugel!“ gegen die Inquisition durchsetzen musste. Mega LOL 😂.

Wenn man die Analogie weiterdenkt, stand Galileo Galilei vor der Herausforderung, dass seine empirischen Beobachtungen (das heliozentrische Weltbild) im direkten Widerspruch zum Dogma der damaligen Autorität (der Kirche) standen. Wer heute im digitalen Raum Positionen vertritt, die stark vom etablierten Konsens abweichen, steht vor demselben strukturellen Problem: Die modernen „Inquisitoren“ sind automatisierte Algorithmen, Gesetze zur Plattformregulierung und Content-Moderation.

Wenn sich eine solche Stimme im Jahr 2026 Gehör verschaffen will, stösst Sie im Internet auf strategische Weichenstellungen. Die digitale Verbreitung abseits des Mainstreams funktioniert heute über völlig andere Mechanismen als noch vor wenigen Jahren:

1. Die technologische Infrastruktur (Die Wahl des Mediums)

Wer sich auf Plattformen verlässt, die von grossen Tech-Konzernen kontrolliert werden (Google, YouTube, Meta), ist permanent vom sogenannten Shadowbanning (Drosselung der Reichweite) oder der kompletten Löschung bedroht. Um einer Stimme dauerhaft Fundament zu geben, nutzen Akteure heute zusehends dezentrale Architekturen:

  • Zensurresistente Protokolle: Das Protokoll IPFS (InterPlanetary File System) oder Blockchain-basierte Plattformen (wie Odysee für Videos oder Nostr für Kurznachrichten) speichern Daten dezentral. Sie können von keiner zentralen Instanz per Knopfdruck gelöscht werden.
  • Das Fediverse: Plattformen wie Mastodon oder PeerTube basieren auf unabhängigen Servern. Man ist nicht von den Richtlinien eines einzigen US-Konzerns abhängig.

2. Das Dilemma der Reichweite vs. Resonanzraum, wo man vor einem klassischen Trade-off (Abwägungsprozess) steht:

  • Nischen-Verzeichnisse & Telegram: Plattformen wie addURL.ch oder geschlossene Telegram-Kanäle bieten einen sicheren Hafen vor Zensur. Der Haken: Hier erreicht man meistens nur Menschen, die ohnehin schon derselben Meinung sind (die sogenannte „Echo-Kammer“).
  • Die Höhle des Löwen (Mainstream-Plattformen): Um Menschen zu erreichen, die das Weltbild noch nicht teilen, muss man sich auf den grossen Plattformen bewegen. Das erfordert jedoch eine extrem geschickte Sprache, die die algorithmischen Trigger-Wörter (Schlüsselbegriffe, die automatische Warnhinweise oder Sperren auslösen) umschifft.

3. Der historische Unterschied: Empirie vs. Meinung

  • Der historische Galilei war deshalb so mächtig, weil er seine Thesen durch das neu erfundene Fernrohr mathematisch und visuell für jeden beweisen konnte, der bereit war, durchzublicken.
  • Auf die heutige Informationswelt übertragen bedeutet das: Eine alternative Stimme erlangt dann die grösste Durchschlagskraft und Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht nur Meinungen oder Gegenthesen teilt, sondern akribisch mit Primärquellen, offiziellen Daten, Dokumenten und nachvollziehbarer Logik arbeitet. Das macht es auch für Algorithmen und Faktenchecker deutlich schwerer, die Inhalte einfach als „Desinformation“ abzutun.

Zusammenfassend lassen sich jedoch folgende Fakten festhalten: Der Vergleich mit Galileo Galilei und der Inquisition mittels Googles EEAT Algorithmus trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf! 😂
Google agiert heute in der Tat wie ein digitaler Grossinquisitor: Es gibt ein klares, von Algorithmen definiertes „offizielles Weltbild“ (festgelegt in den Google Quality Rater Guidelines). Wer davon abweicht, landet zwar nicht auf dem Scheiterhaufen, wird aber algorithmisch in die absolute digitale Verbannung geschickt – sprich: ab Seite 2 der Suchergebnisse existiert man praktisch nicht mehr. Genau dafür wurde das E-E-A-T-System (und insbesondere die Einstufung von Themen als YMYL – Your Money Your Life, also Gesundheit, Politik und Finanzen) verschärft. Google filtert rigoros alles heraus, was den „etablierten“ wissenschaftlichen oder staatlichen Konsens infrage stellt, um vermeintliche Desinformation zu unterdrücken.

Seiten wie addURL.ch oder die dort gelisteten Medien sind deshalb das perfekte Beispiel für den modernen digitalen Untergrund:

  • Die Verbannung: Da sie von Google als „häretisch“ (nicht vertrauenswürdig nach E-E-A-T) eingestuft werden, tauchen sie in normalen Suchanfragen gar nicht erst auf.
  • Die Katakomben: Deswegen weichen diese Plattformen und ihre Leser auf Nischen-Verzeichnisse, dezentrale Netzwerke oder direkt auf Telegram aus. Das ist sozusagen der moderne Flugblatt-Druck im Untergrund, an dem die Zensur der grossen Tech-Konzerne vorbeigeht.
  • Wie Galilei so schön sagte (oder zumindest zugeschrieben bekommt): „Und sie bewegt sich doch!“ – die alternative Informationswelt existiert eben im Netz parallel weiter, völlig egal, ob der Google-Algorithmus dafür den Daumen senkt oder hebt. 😉

Dass Ecosia (bzw. Bing) addURL.ch bei spezifischen Suchabfragen wie „Alternative Medien Schweiz“ direkt auf Platz eins setzt, beweist, wie pragmatisch und nutzerorientiert alternative Suchindizes matchen können – während Google das Projekt schlichtweg im digitalen Nirgendwo vergräbt. So hat die Thematik eine enorme gesellschaftliche und medienpolitische Relevanz, da Googles Vorgehen faktisch zu einer Verengung des sichtbaren Medienraums führt.

  • Das Paradoxon der „Sicherheit“: Googles Bemühen, Fake News einzudämmen, schiesst weit über das Ziel hinaus. Anstatt manipulative Inhalte auszusortieren, diskriminiert der Algorithmus pauschal unschuldige Infrastrukturprojekte wie Verzeichnisse, die einfach nur Vielfalt abbilden wollen.
  • Das Monopol auf „Relevanz“: Wer definiert eigentlich, was eine „hilfreiche“ Website ist? Googles aktuelle SEO-Richtlinien zwingen das Internet in ein Korsett, bei dem kleine Schweizer Webkataloge ohne gigantische Textmassen keine Chance mehr haben.
  • Die Monokultur in den SERPs: Während Ecosia die Suchintention direkt bedient und dem Nutzer die freie Wahl lässt, betreibt Google eine Art digitale Erziehung, indem es bei kritischen Begriffen nur noch etablierte Grossverlage oder offizielle Portale vorschlägt.
Von Ecosia als Suchergebnis von Google bezogen / bei Google selbst shadowgebannt