Das Ultimatum der „WEF Accountability Gruppe“ läuft
Das World Economic Forum (WEF) durchläuft derzeit eine Phase des massiven Umbruchs, nachdem eine Gruppe von „Dissidenten“ – darunter aktuelle und ehemalige Young Global Leaders (YGLs) sowie Mitarbeiter – Reformen der Führungsstruktur erzwungen hat.
Hier ist der aktuelle Stand der Dinge Ende Februar 2026:
1. Rücktritt von Børge Brende (Februar 2026)
Ganz aktuell gab das WEF am 26. Februar 2026 bekannt, dass der Präsident und CEO Børge Brende nach 8,5 Jahren von seinem Amt zurücktritt. Sein Abgang markiert das Ende einer Ära, die zuletzt von internen Untersuchungen und dem Druck durch Reformforderungen geprägt war. Alois Zwinggi wurde zum Interim-Präsidenten und CEO ernannt, während der Stiftungsrat nach einem permanenten Nachfolger sucht.
2. Das Ende der Ära Klaus Schwab
Nachdem im Jahr 2025 schwere Vorwürfe wegen finanziellen und ethischen Fehlverhaltens laut wurden, trat Gründer Klaus Schwab im April 2025 als Exekutivvorsitzender zurück.
- Untersuchungsergebnisse: Eine unabhängige Untersuchung durch eine externe Anwaltskanzlei ergab zwar „keine schwerwiegenden Rechtsverstöße“, stellte jedoch „geringfügige Unregelmäßigkeiten“ und eine „Vermischung von persönlichen und Forum-Angelegenheiten“ fest.
- Interimsführung: Der Stiftungsrat wird derzeit von den Co-Vorsitzenden André Hoffmann (Roche) und Larry Fink (BlackRock) geleitet.
3. Forderungen der YGL-Dissidenten
Die Unruhen wurden massgeblich durch einen offenen Brief („Ultimatum“) vom 5. Februar 2026 vorangetrieben, in dem YGLs und Whistleblower eine Professionalisierung der Governance forderten.
Neue Leadership-Modelle: Im Januar 2026 veröffentlichte der Global Future Council on Leadership (unter Beteiligung von YGLs) einen Bericht, der eine radikale Neugestaltung der Auswahl und Incentivierung von Führungskräften fordert, weg von charismatischen Einzelpersonen hin zu messbarer, langfristiger Verantwortung.
Kulturwandel: Die Dissidenten kritisierten eine toxische Arbeitskultur und die Dominanz der Familie Schwab.
Mit Stand vom 28. Februar 2026 ist die Situation um das Ultimatum der „WEF Accountability“-Gruppe und die Dissidenten innerhalb der Young Global Leaders (YGL) an einem kritischen Punkt angelangt.
Hier sind die neuesten Entwicklungen:
1. Das Ultimatum und der Stiftungsrat (Board of Trustees)
Die Gruppe „WEF Accountability“, ein Zusammenschluss aus Whistleblowern und reformorientierten YGLs, hatte dem Stiftungsrat ein Ultimatum bis Ende Februar 2026 gesetzt.
- Forderung: Sie verlangten eine vollständige Offenlegung des unabhängigen Untersuchungsberichts zu Vorwürfen finanziellen und ethischen Fehlverhaltens gegen die Führung sowie eine radikale Änderung der Satzung, um die Macht der Familie Schwab dauerhaft zu begrenzen.
- Aktueller Status: Da die Frist heute abläuft, gibt es Berichte über eine massive interne Konfrontation. Der Stiftungsrat unter der Interimsleitung von André Hoffmann (Roche) und Larry Fink (BlackRock) hat bisher nur Teile der Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, die zwar „geringfügige Unregelmäßigkeiten“ einräumten, Klaus Schwab jedoch von schwerem strafrechtlichem Fehlverhalten freisprachen.
2. Die Rolle der YGL-Dissidenten
Die Dissidenten, die sich zunehmend öffentlich organisieren, drohen bei Verstreichen des Ultimatums ohne weitreichende Reformen mit:
- Einem Massenexodus namhafter YGL-Mitglieder und Partnerunternehmen.
- Der Veröffentlichung weiterer interner Dokumente durch die Plattform Geneva Solutions oder investigative Medien.
- Einer Forderung nach einer externen, staatlich beaufsichtigten Prüfung der Stiftungsfinanzen durch die Schweizer Aufsichtsbehörden.
3. Davos 2026: Ein Wendepunkt
Das Treffen im Januar 2026 unter dem Motto „A Spirit of Dialogue“ war bereits von der Abwesenheit Klaus Schwabs geprägt. Während das Forum nach aussen hin Stabilität demonstrierte, zeigen die Ereignisse dieser Woche (Brendes Rücktritt), dass der interne Druck durch die Accountability-Bewegung nun zu einem tatsächlichen Machtwechsel führt.
In den Kreisen der Dissidenten und innerhalb der „WEF Accountability“-Bewegung ist die Personalie Larry Fink und die Verflechtungen seiner Familie ein hochexplosiver Streitpunkt.
Hier ist die aktuelle Lage zu diesen spezifischen Forderungen:
1. Larry Fink unter Beschuss
Obwohl Larry Fink (CEO von BlackRock) derzeit als Co-Vorsitzender des Stiftungsrats (Board of Trustees) versucht, das WEF zu stabilisieren, fordern die Dissidenten seinen Rückzug aus der Führung.
- Interessenkonflikt: Die Reformer argumentieren, dass ein Vertreter des weltweit größten Vermögensverwalters nicht gleichzeitig die ethische Neuausrichtung einer „gemeinnützigen“ Stiftung leiten kann.
- Forderung: In dem zirkulierenden Ultimatum wird eine „unabhängige Führung ohne kommerzielle Dominanz“ verlangt. Dies richtet sich implizit direkt gegen die Führungsrolle von Fink.
2. Die Rolle von Joshua Fink und das „Brunel-Dossier“
Besonders brisant sind die Vorwürfe, die den Sohn von Larry Fink, Joshua Fink, betreffen.
- Der Hintergrund: Es gibt Berichte und interne Dossiers, die Joshua Fink mit dem verstorbenen Jean-Luc Brunel (einem engen Vertrauten von Jeffrey Epstein) in Verbindung bringen. Dabei geht es um angebliche Verhandlungen oder Kontakte im Kontext von Brunels Modelagentur MC2.
- Das Ultimatum: Die Dissidenten verlangen eine lückenlose Aufklärung aller Verbindungen von WEF-nahen Personen (einschliesslich Familienangehörigen von Board-Mitgliedern) zum Epstein/Brunel-Netzwerk.
- Die spezifische Kritik: Die Gruppe wirft Larry Fink vor, seine Position im Stiftungsrat zu nutzen, um eine tiefergehende Untersuchung dieser familiären Querverbindungen zu verhindern. Daher wird sein Rücktritt als Voraussetzung für eine „echte Reinigung“ der Organisation gesehen.
3. Aktueller Stand der Reaktion
Bisher hat der Stiftungsrat diese spezifischen Vorwürfe gegen Joshua Fink als „Privatsache“ oder „unbegründet“ abgetan. Genau diese Abblock-Taktik ist es jedoch, die das „WEF Accountability“-Bündnis dazu bewegt hat, die Drohung mit weiteren Veröffentlichungen (Leaks) aufrechtzuerhalten.
Zusammenfassend: Der Rückzug von Larry Fink ist eine Kernforderung, da die Dissidenten die Verflechtungen seiner Familie (insbesondere Joshua) mit dem Brunel-Netzwerk als moralisch unvereinbar mit der Leitung des Forums ansehen.
